Schalke: Das ändert sich bei Auswärtstickets und Anwesenheitskontrollen

Der Bezirk 04 hat seine Vorstandsmitglieder (Frank Böhm - Ruhrknappen Bottrop, Christian Müller - Hearts 04 und Astrid Erlebach) zu dieser Veranstaltung geschickt.
Den Bericht übernehmen wir gerne von Susanne Hein Reipen.
Fotos sind von Susanne Hein Reipen und Frank Böhm zur Verfügung gestellt.

 

Wenn es eine „Auswärtsfahrermeisterschaft“ der Bundesliga gäbe, die Königsblauen wären Seriensieger. Keine andere Mannschaft wird von so vielen Fans zu Auswärtsspielen begleitet. Durchschnittlich 5.676 Schalker unterstützten einer Erhebung von fußballmafia.de nach ihre Knappen in der abgelaufenen Saison bei jedem Auftritt in fremden Stadien, das ist wieder einmal klar Platz 1 vor den Nachbarn aus der Nähe von Lüdenscheid (5.382 Fans) und den Bayern (5.168 Fans).

Der Schalker Auswärtsmob steht fast immer für einen beispiellosen Support, der viele Partien in gefühlte Heimspiele verwandelt. Neben dem äußerst abwechslungsreichen Schalker Liedgut sorgen eigene Auswärtschoreos und „Mottofahrten“ wie „Alle in Weiß nach Hannover“ mit dem geilsten Fanmarsch seit den Kreuzzügen die Reihen für bewunderndes Staunen der Heimfans und wohlige Gänsehaut in den eigenen Reihen.

Die Kehrseite der Medaille liegt auf der Hand: Das Gästekontingent beträgt in der Bundesliga 10 % der Gesamtkapazität des Stadions, bei Hochrisikospielen auch schon einmal weniger. Insbesondere bei kleinen Stadien oder Topspielen führt dies dazu, dass nicht jeder Schalker, der gerne dabei sein möchte, eine Karte bekommen kann. Auch Bestellungen direkt über den Heimverein sind nicht immer möglich, da nicht Jeder ganze Bereiche seines Stadions so massiv königsblau „unterwandert“ sehen möchte wie dies beispielsweise bei den Schalker Gastspielen in Leverkusen regelmäßig der Fall ist.

Die Frage aller Fragen lautet daher: Wie soll der Verein die begehrten Tickets für den Gästebereich verteilen, um möglichst vielen Schalkern gerecht zu werden? Wenn es ausschließlich nach der Anzahl der besuchten Spiele ginge, hätten Fans, die aus unterschiedlichen Gründen nur selten ein Auswärtsspiel besuchen können oder einmal ihre Schalker bei einem Auftritt in ihrer Region unterstützen wollen, überhaupt keine Chance. Ginge es hingegen ausschließlich nach dem Losverfahren, würden auch treueste Unterstützer bei begehrten Spielen oft „in die Röhre gucken“.

Das bisherige Schalker Ticketmodell: Punkte, „Zufall“ und Fanclubs

Der Verein hat sich deshalb für ein gemischtes Modell entschieden: Zunächst werden die Karten zwischen Fanclubs und Individualbestellern aufgeteilt. Ein Drittel der verfügbaren Karten geht an den SFCV, der sie auf seine Bezirke verteilt, die sie wiederum über die Bezirkskartenausschüsse nach unterschiedlichen Kriterien an ihre Fanclubs weitergeben. Die Kartenempfänger konnten dabei bis 04 Tage vor dem Spiel folgenlos ausgetauscht werden.

Die restlichen Tickets abzüglich der „Sonderkontingente“ gehen in den Topf für die Individualbesteller. Bei diesen gehen Vereinsmitglieder den Nichtmitgliedern vor, letztere kommen erst zum Zuge, wenn alle bestellenden Mitglieder „versorgt“ sind. Ein Teil dieser Karten wird über „Punkte“ vergeben und ein Teil nach dem Zufallsprinzip verlost. Punkte bekommt man für jede Ticketbestellung, unabhängig davon, ob diese erfolgreich ist. Bleiben dann immer noch Karten über, gehen diese in den freien Verkauf.

Anwesenheitskontrollen und Strafpunkte…

Und damit nicht Leute auf die Idee kommen, einfach für alle Spiele Karten zu bestellen und sich so die Höchstpunktzahl für die begehrten Spiele zu sichern, obwohl sie vielleicht nur einen Bruchteil der Spiele tatsächlich selbst besuchen wollen und die anderen Tickets weiterverkaufen oder verfallen lassen, gibt es Anwesenheitskontrollen. Dazu werden stichprobenartig Schalker, die ein Ticket für das betreffende Spiel erhalten haben, 3 bis 4 Tage vorher per Mail gebeten, sich am Spieltag am Gästebereich bei den Fanbeauftragten und ihren Helfern auszuweisen, dass sie dabei sind.

Wer sich dann schriftlich abmeldet, bekommt den Bestellpunkt abgezogen. Wer „unentschuldigt“ die Kontrolle schwänzt, wird mit 04 Minuspunkten bestraft; gleiches gilt für erwischte „Doppelbesteller“, die sowohl über ihren eigenen Account als auch über den Fanclub Karten für ein und dasselbe Spiel ordern.

Die Anwesenheitskontrollen wurden in der vergangenen Saison erstmalig komplett von der Abteilung Fanbelange durchgeführt, die dabei von 17 Volunteers unterstützt wurden. Bei 18 von 19 Auswärtsspielen (beim Derby findet aufgrund der Anreisesituation und der oft angespannten Sicherheitssituation am Gästeblock traditionell keine Kontrolle statt) wurden 9.717 Fans zur Anwesenheitskontrolle eingeladen, von denen sich dann auch 6.873 (70,73%) vor Ort meldeten.

Für Verwunderung unter den Schalkern sorgten bisweilen Absagen für Tickets trotz guten Punktestands oder die „gefühlt“ ungerechte Ladung zur Kontrolle. Um ein ausführliches Feedback zu erhalten und die Neuerungen für die kommende Saison vorzustellen, lud die Abteilung Fanbelange alle Interessierten zum Austausch ins Schalker Museum ein.

Konstruktiver und fairer Austausch

Rund 60 Schalker aller Altersklassen nutzten die Gelegenheit, Fragen, Lob und Kritik an die unmittelbar Zuständigen richten zu können. Daniel „Kosovo“ und Klaus von der Abteilung Fanbelange und drei Jungs aus der Ticketing-Abteilung standen geduldig Rede und Antwort und konnten viele „königsblaue Wissenslöcher“ schließen.

Als sehr anschauliches Beispiel diente die Auswärtspartie in Wolfsburg, wo der kleine Gästeblock traditionell für Frust sorgt: Von 896 Stehplatzkarten gingen 472 Tickets in den Topf der reinen Individual-Stehplatzbesteller – es gab aber 4.877 Anfragen. Logisch, dass dann auch viele Besteller aus durchaus ansehnlichen Punkterängen leider draußen bleiben mussten. „Wir können leider weder Tickets malen noch den Block vergrößern!“

Klar wurde auch: Im Sitzplatzbereich ist das Problem kaum bis gar nicht vorhanden, weil sich hier Angebot und Nachfrage bei vielen Spielen die Waage halten. Deshalb wurden hier auch deutlich weniger Kontrollen durchgeführt.

Im Stehplatzbereich wurde nach ganz unterschiedlichen Kriterien zur Kontrolle gebeten: bei manchen Spielen per Zufallsauswahl, bei anderen nach hoher Punktzahl, auch vorherige Abmeldungen bei früheren Kontrollen konnten ein „Risikofaktor“ sein. So kam es, dass manche gar nicht, andere hingegen bis zu 5mal in der Saison ihre Visitenkarte am Fanbelange-Stand abgeben mussten.

Die wichtigsten Änderungen  

Halbierung der vorhandenen Punkte: Um Neueinsteigern überhaupt eine Chance zu geben, werden die vorhandenen Punkte halbiert.

Abmeldung online: Die Abmeldung von der Kontrolle, die bisher nur per Mail möglich war und der Abteilung Fanbelange einen bunten Strauß an Ausreden und Attesten bis hin zur Sterbeurkunde (!) einbrachte, wird abgeschafft. Künftig kann sich jeder im Ticketstore online abmelden.

Doppelter Punktabzug bei Abmeldungen: Statt nur eines „Minuspunkts“ werden künftig bei Abmeldungen derer zwei abgezogen, damit das „drauf ankommen lassen“ zumindest eine kleine Gefahr birgt.

Visualisierung der Kontingente: Wie von mehreren Diskussionsteilnehmern gewünscht, werden künftig die Kontingente und Bestellungen (wieder) angezeigt, damit jeder einschätzen kann, ob seine Punktzahl Chancen auf ein Stehplatzticket bietet oder es nicht doch ratsam ist, einen Sitzer zu bestellen.

„Bestellung ohne Hauptbesteller“: Hinter diesem etwas kryptischen Punkt verbirgt sich eine von vielen herbeigesehnte Änderung; das Verfahren für die Fanclubs wird künftig weitgehend an das der Individualbesteller angeglichen. Jeder Fanclub muss der Abteilung Fanbelange dazu einen „Kartenbeauftragten“ benennen, der für die Mitglieder des Fanclubs die Karten ordert (und das auch dann, wenn er selber für das betreffende Spiel keineKarte anfragt). Doppelbestellung sind künftig bereits technisch nicht mehr möglich: Hat ein Mitglied bereits über seinen eigenen Account/Mitgliedsnummer eine Karte bestellt, kann der Kartenbeauftragte für ihn keine Fanclubkarte mehr beantragen, weil seine Mitgliedsnummer gesperrt ist. Und bei Kontrollen wird es künftig einheitliche alphabetische Listen geben, unabhängig davon, ob die Karte als Einzelbesteller oder über den Fanclub empfangen wurde.

An die Vorstellung dieser Änderungen schloss sich ein konstruktiver und interessanter Austausch an, der deutlich machte, dass die Probleme bei der Kartenverteilung die Ticketabteilung wie Bezirke in ähnlicher Weise treffen. Bei den Fanclubs bestand zudem noch das Dilemma, dass sie die Kartenwünsche teilweise VOR Bekanntgabe der Spielpläne melden mussten, was natürlich zu vielem Hin und Her und Stornierungen führte.

Die Abteilung Fanbelange ist bemüht, möglichst alle Auswärtsspiele bereits vor Beginn der Saison zur Bestellung freizuschalten; Bestellende und Zuteilung ist in der Regel fünf Wochen vor dem Spiel bzw. sobald die Tickets vom gastgebenden Verein zur Verfügung gestellt wurden. Dies minimiert das Risiko, dass jemand schlicht die Anmeldefrist verpennt, auch wenn aus dem Publikum gerügt wurde, dass nicht jeder vor Saisonbeginn sagen kann, ob er am 27. Spieltag Zeit und Lust hat, nach Posemuckel zu fahren. Der Zeitpunkt der Bestellung – alles vor Saisonbeginn oder erst „kurz vor knapp“ – spielt übrigens KEINE Rolle für die „Erfolgsaussichten“, da entscheidend alleine der Punktestand am Zuteilungstag ist.

In diesem Sinne: Und geh’n die Schalker auf die Reise, wünsch ich mir nur, dabei zu sein…



 

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